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Silobrand in Leibstadt



Grosseinsatz an Menschen und Material
Der am Montagmittag bei der Knecht Mühle AG in Leibstadt ausgebrochene Silobrand konnte erst in den frühen Morgenstunden des Dienstags endgültig unter Kontrolle gebracht werden. Der Einsatz an Personal und Material war enorm: Sieben Tanklöschfahrzeuge, ein Rega-Helikopter, ein Spezialkran sowie rund 180 Feuerwehrleute standen im Einsatz.

«Das Wichtigste ist, dass keine Menschen zu Schaden gekommen sind», bilanzierte ein niedergeschlagener und sichtlich übermüdeter Hansjörg Knecht 28 Stunden nach Brandausbruch vor dem russgeschwärzten Silo. Den Schaden konnte Knecht noch nicht abschätzen, «doch es dürften aller Voraussicht nach mehrere Millionen sein. Allein das eingelagerte Erntegut von 8000 Tonnen besitzt einen Wert von rund 4 Millionen Franken. Auch der Wert der Siloanlage bewegt sich in dieser Höhe». Wie viel Erntegut verbrannt oder durch die Rauchentwicklung und das Löschwasser unbrauchbar geworden ist, weiss Knecht noch nicht. Auch der Schaden am Gebäude sowie an der Infrastruktur (Elektroinstallationen, Lifte, Steuerungsanlagen) muss von Fachleuten genauer abgeklärt werden, bevor man sich auf eine Schadenssumme festlegen kann. Besonders ärgerlich ist für die Knecht Mühle AG, dass das Unglück zum jetzigen Zeitpunkt geschehen musste, da die Annahme der Sonnenblumenkerne in vollem Gange war und ausserdem eine überdurchschnittlich grosse Maisernte bevorsteht.

Der Totalausfall des mächtigen, 98 Kammern aufweisenden Silos trifft nicht nur das seit 1959 ohne grösseren Zwischenfall arbeitende Leibstadter Unternehmen hart, er bringt auch die Landwirte der näheren und weiteren Umgebung in Nöte. Wohin sollen sie nun mit ihrer Ernte? Wer verarbeitet ihr Rohprodukt weiter? Mit einer Sofortmassnahme konnte die Knecht Mühle AG sicherstellen, dass wenigstens ein Teil der Maisernte angenommen und in den Anlagen an der Oberdorfstrasse verarbeitet und gelagert werden kann. Hansjörg Knecht empfiehlt den Bauern, rechtzeitig anzurufen, damit eine andere Sammelstelle gefunden werden kann und das Erntegut nicht Schaden nimmt.

Brand bei Kontrollgang entdeckt
Hansjörg Knecht selbst war es gewesen, der am Montag gegen Mittag auf einem Kontrollgang im rund 60 Meter hohen «Silo Bahnhof» die ersten Funken entdeckt hatte. Danach ging alles sehr schnell: Rauch- und Hitzeentwicklung waren enorm. Diese beiden Faktoren waren auch ausschlaggebend dafür, dass sich André Burkhard als Kommandant der zuerst aufgebotenen Feuerwehr Leibstadt entschloss, die Stützpunktfeuerwehr Rietheim-Zur-zach sowie Teile der Feuerwehren Schwaderloch, Full-Reuenthal, Waldshut und Albbruck zu alarmieren. Die Betriebsfeuerwehr des Kernkraftwerks war bereits zu Beginn des Brandausbruchs aufgeboten worden.

Das grösste Hindernis bei den Löscharbeiten war die Unzugänglichkeit des Silos. In dieser Situation blieb der Einsatzleitung, die inzwischen von André Burkhard zu David Schölly von der Stützpunktfeuerwehr Zurzach-Reitheim gewechselt hatte, nichts anderes übrig, als die Rettungsflugwacht beizuziehen. Diese flog einzelne Atemschutztrupps mit Langzeit-Atemschutzgeräten aufs Silodach, von wo aus der Brand, der in der Trocknungsanlage in der Mitte des Gebäudes ausgebrochen war, wirkungsvoller bekämpft werden konnte. Weil die Arbeit der Feuerwehrleute körperlich wie psychisch sehr anstrengend und durchbrechender Böden und grosser Hitze wegen nicht ungefährlich war, wurden im Laufe der Zeit noch weitere Feuerwehren aufgeboten, so die Feuerwehren Döttingen, Leuggern sowie die Betriebsfeuerwehr der Chemie Uetikon (Full). Unterstützend wirkte die Messgruppe der Chemiewehr Kaisten. Gegen 4 Uhr am Dienstagmorgen war die Situation dank des Grosseinsatzes der zahlreichen Atemschutztrupps und ihrer unterstützenden und kommandierenden Kollegen unter Kontrolle gebracht.



Ort
    
Futtersilo Firma Knecht in Leibstadt
Datum   Montag und Dienstag 1. und 2. Oktober 2001
Alarmzeit   12.30 Uhr
Einsatzleitung   Major David Schölly
Mannschaft   Gesamtfeuerwehr
Einsatzstunden   Gesamthaft über 830 Stunden nur von der Stützpunktfeuerwehr Zurzach
Eingesetzte Fz   - HLF: Brandschutz, Mannschaft
- ADL: Autodrehleiter
- ASF: Atemschutzfahrzeug
- SVC: Schlauchverlegecontainer
- PUF: Pumpenfahrzeug
- VEF: Verkehrsfahrzeug
- ELA: Einsatzleitanhänger

 
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2. Oktober 2001
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